Unfrisiertes

Unfrisiertes, Unreifes, Unüberlegtes

Archiv für Oktober 2008

Geschüttelt, nicht gerührt (Spyro Gyra Reprise, Teil 2)

Verfasst von unfrisiertes am Oktober 24, 2008

Spyro Gyra hat zwei ausgesprochene Rampensäue: Jay Beckenstein, den Chef, und Julio Fernandez, den man nur unter Drohung unmittelbaren Zwangs von Soli abhalten kann. Ist es ein Zufall, dass ich gerade von diesen beiden ein Autogramm mein eigen nenne? (Eher ja, denn Jays konnte man sich im Rahmen einer Sonderaktion der Website bestellen, und Julio stand mal zufällig neben mir, so wie ich der Vorgruppe von Spyro Gyra lauschend…).

Natürlich bekommen bei Konzerten auch die anderen drei ihre Soli, aber es sind Ausnahmen. Insbesondere als Drummer ist man bei Spryo Gyra irgendwie eine arme Sau, die immer im Hintergrund bleibt. Dieses Schicksal widerfuhr jedenfalls meist dem großartigen Joel Rosenblatt. Dessen Nachfolger Bonny B. ist ja eher ein extrovertierter Typ, und das tut der Band jetzt mal ganz gut.

Mein Idol ist Tom Schuman – was der Typ live hinzaubert, ersetzt ganze Horden von Bläsern, Steel Drummern oder Streichern, und nebenbei agiert er wie selbstverständlich perfekt an den Keyboards.

Aber auch Scott Ambush ist jemand, dessen Können viel zu wenig im Rampenlicht steht. Manchmal merkt man es erst beim dritten oder vierten Hinhören, was der für Bassläufe raushaut, und seine Soli sind eine Urgewalt.

Um so schöner fand ich die Idee, während eines Tournee-Zyklus eine Version des „Shaker Songs“ ins Programm zu nehmen, bei der die beiden Rampensäue gar nicht erst auf der Bühne stehen, und die anderen drei, also Joel, Tom und Scott, die Sache in beide Hände nehmen.

Zur Erinnerung: Der „Shaker Song“ war der erste Radiohit der Band, und er hörte sich ungefähr so an, wie man auf diesem Video mit der bewundernswert miesen Tonqualität erahnen kann:

Und das hier ist die Alternativversion mit den drei eben Genannten – es lohnt sich, bis zum Schluss dabei zu bleiben. Sowieso, denn die drei Jungs nehmen einen auf einen kleinen Trip mit. Und ganz am Ende wird man dann – natürlich – auch mit einer Variante von „Shave and a haircut, two bits“ belohnt…

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Wochenende! (Spyro Gyra Reprise, Teil 1)

Verfasst von unfrisiertes am Oktober 2, 2008

Mein Interesse für Jazz begann mit dem Hören einer bestimmten CD vor 20 Jahren. Es handelte sich um „Rites of Summer“ von Spryo Gyra. Spyro Gyra ist eine Band, die Anspruch mit Hörbarkeit verbindet, und das stellte sich als der ideale Einstieg für mich heraus.

Anlässlich des runden Jubiläums beginne ich jetzt mal so für mich mit einer kleinen Spyro-Gyra-Reihe. Den Anfang macht für heute „Funkyard Dog“ aus dem letzten Album „Good To Go-Go“, und zwar live gespielt (Schmankerl: Jay Beckenstein spielt zwei Saxophone gleichzeitig).

Wie ich auch sagen muss, dass meine Begeisterung für Spryo Gyra vielleicht nicht lange angehalten hätte, wenn ich die Band nicht ein Jahr später in Hamburg hätte im Konzert erleben dürfen. Denn auf der Bühne passiert da pro Stück weit mehr, als man es der Konsumierbarkeit wegen wagt, auf Tonträgern zu veröffentlichen. Schließlich wollen die Jungs auch leben, und die entsprechenden Radio-Stationen in den USA brauchen da Passendes. Mehr dazu später.

Der Clip zeigt sehr deutlich, dass es sich bei den langjährigen Mitgliedern Jay Beckenstein (sax) und Julio Fernandez (git) um ebensolche handelt (außerdem noch Tom Schuman (key) – Scott Ambush (bas) und Bonny B. (dru) kamen erst später hinzu), aber was soll ich in meinem Alter noch Boygroups hören… Und außerdem haben die beiden „Oldies“ mehr Funk in den Knien als mancher Jungspund von heute…

Erstmal viel Spaß im kommenden, „langen“ Wochenende!

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