Problem? Nein, Chance!

Es hat in den letzten Tagen viel Aufruhr gegeben über die Tatsache, dass Google seinen RSS-Dienst “Reader” einstellt, obwohl sich dieser einer eingeschworenen Benutzergruppe erfreute. Weniger Aufruhr gab es darum, dass Google den Standard CalDAV zur Kommunikation mit seinem Kalender nur noch ausgesuchten Entwicklern zugängig machen will und alle anderen auf die Google-eigene API verweist, die u.a. mit einer Bezahlfunktion gekoppelt ist. Von beiden Fällen ist dieser Blogger betroffen: Er nutzt den Google Reader als zentrale Anlaufstelle für seine RSS-Abfragen von Laptop, Tablet und Smartphone aus. Und er verwaltet seine Termine über den Google-Kalender, auf den nicht nur von Clients auf Tablet und Smartphone zugegriffen wird, sondern auch von KOrganizer in seinem Kubuntu (letzteres definitiv über CalDAV).

Die Reaktionen im Netz schwankten von “Das ist das Ende von Google!!!Einself!!” bis “Oh mein Gott! Wir werden alle sterben!”. Nüchternere Geister wie z.B. FAZ-Redakteure sehen immerhin noch eine Rückentwicklung des Internets kommen.

Doch all das ist ängstliche Hosenscheißerei, denn das Gegenteil ist wahr: Google wird nicht sterben, aber auf den Boden zurückgeholt. Und für das Internet ist es eine Riesenchance. Dass User sich auf ausgewählte Dienste verlassen, die einem vorgaukeln, als eierlegende Wollmilchsau alle digitalen Bedürfnisse abzudecken, wenn man denn nur all seine Daten deren freundlichen Benutzung überließe, hat mit Internet nämlich eigentlich nichts zu tun. Internet ist Vielfalt, Internet ist Rosinenpicken in seiner schönsten Form. Vor dem Netz as we know it standen schon Dienste wie Compuserve oder AOL (die Graubärtigen unter uns werden sich erinnern), aber die scheiterten mit ihrem Versuch, den großen Zoo da draußen in den kleinen in ihnen drin zu verwandeln. Um so unverständlicher muss den Graubärten erscheinen, dass sich Wiedergänger wie Facebook großer Beliebtheit erfreuen. Aber das ist einfach zu erklären: Facebook und Google profitieren von einer Generation, der man das Internet weitgehend vorenthalten hat. Einer Generation, die z.T. gar nicht mehr weiß, wozu im Browser diese komische Leiste gut sein soll, die da immer erscheint und nicht Google ist. Konsequenterweise haben die Browser-Programmierer diese Zeile, in der in grauer Vorzeit mal URLs eingegeben wurden, inzwischen auch als Suchfelder ausgestaltet, die die jeweils bevorzugte Suchmaschine aufrufen, wenn der Eintrag nicht als Web-Adresse erkennbar ist. 

Aber diese ganzen edlen Ritter, die da angeblich “kostenlos” (was nur stimmt, wenn einem die eigene Identität nichts wert ist) ihre Dienste zur Verfügung stellen, wollen irgendwann noch mehr Geld verdienen. Sie setzen darauf, dass Netzwerkeffekte und Gewöhnung die Nutzer schon davon abhalten werden, sich nach neuen Diensten umzuschauen, wenn sie Stück für Stück die Brücken zur Außenwelt abbrechen und versuchen, die Anwender in ihr Gehege zu treiben, aus dem es dann kein Entrinnen der Daten mehr geben wird. Aber es gibt immer einen Ausweg, und der Ausweg ist keine Firma, sondern das Netz selbst.

Ja, es war und ist noch ebenso bequem wie billig, Googles Cloud-Applikationen zu nutzen. Aber dass sie “kostenlos” sind, hat auch einen Nachteil: Der Nutzer hat keinerlei Ansprüche, und der Anbieter verfährt ganz biblisch (Hiob 1,21) nach dem Motto: “Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt.” Aber was braucht man denn schon, um sich wirklich als Bürger im Netz statt als Googles oder irgendjemand anderer Hintersasse zu etablieren? Man braucht eigenen Webspace. Ja, der kostet, aber das war mit Unabhängigkeit noch nie anders. Und man hat viele Möglichkeiten. Man kann seinen eigenen Server ins Netz stellen. Man kann davon profitieren, dass die Markteintrittsschranken für Webserver oder Shared Webhosting äußerst gering sind, und der dazugehörige Markt praktisch international ist. Und wenn man den eigenen Webspace hat, kann man dort alles hosten, was das Herz begeht: Eine RSS-Lösung, seinen eigenen Kalender und vieles mehr. Die eigenen Clients synchronisieren dann nur noch mit dem eigenen Server. Und schon kann dir Firmenpolitik egal sein. Wenn dein Webspace-Anbieter dir nicht mehr zusagt, dumpst du deine Datenbank und ziehst zum nächsten. 

Ja, man kann in Facebook so bequem interagieren. Aber in meinem Blog löscht kein Dritter herum, auch nicht in den Kommentaren, und um ihn zu lesen, braucht man sich nirgendwo anzumelden. Und Trackbacks und Links zu anderen Blogs funktionieren problemlos, ohne dass ich irgendwo auf Login-Screens stoße. Die Welt hier draußen ist einfach freier, die Luft frischer. 

Das ist die Idee des Netzes. Nicht, sich zum Sklaven irgendwelcher Anbieter zu machen. Die sind ok, so lange sie das machen, was wir wollen. Aber wir haben es immer in der Hand, unser eigenes Ding durchzuziehen. Auch in Kooperation übrigens, wem der individuelle Ansatz nicht so liegt. Vergesst das nicht.

Good News from Down Under

Von den Australian Open gibt es gute Nachrichten. 

Nicht nur, dass Fed-Ex wieder so spielt wie in alten Zeiten, es gibt auch endlich wieder mal eine Spielerin, der man zuschauen kann, ohne sich zu langweilen oder die Ohren zuzuhalten: Sloane Stephens. Was im Portrait von SPON nicht steht, ist ihre Art, Tennis zu spielen: Statt des mittlerweile das Damentennis dominierenden Haudrauf, z.T. mit ohrenbetäubendem Gequieke garniert, serviert sie uns variables, cleveres Spiel mit Winkel und Schnitt, das weder nach Schwerstarbeit aussieht noch wie ein Mehrfach-Orgasmus klingt. 

Vielleicht muss ich bei Eurosport bald nicht mehr abschalten bzw. weiterzappen, wenn “WTA-Turnier” angezeigt wird.

My Current Playlist (III)

Cool Shoes – Danny Jiosa
Evil Woman – ELO
Toch A New Day – Lena
Le Freak – Chic
Mr Blue Sky – ELO
Brand New Dawn – Hans Theessink Band
On My Way In L.A. – Phil Carmen
Don’t Go Breaking My Heart – Elton John & Kiki Dee
Lost In Music – Sister Sledge
Sweet Talkin’ Woman – ELO
Twist A St. Tropez – Telex
Sharp Dressed Man – ZZ Top
When You Touch Me – Braxton Brothers
5-5-7 – Pat Metheny Group
How Are You Gonna Deal With It – Silje Nergaard
Lars Jessen – Achim Reichel
Give It Up – KC & The Sunshine Band
En Route Vers De Nouvelles Aventures – Telex

Wie eine dumme Idee zur Huldigung von (K)Ubuntu wurde

Ich werde es nie wieder tun. Ich werde nie wieder mein System auf einen Backport-PPA zugreifen lassen. 

Nachdem ich eine Weile Kubuntu 12.04 zu meiner Zufriedenheit in Betrieb hatte, wurde die neue Version KDE 4.9 veröffentlich, die angeblich schneller und flüssiger laufen und einige Bugs korrigieren sollte. Da ich immer noch auf eine Beseitigung der Fehler in Blogilo hoffe (was der Bitte um ein Wunder zu gleichen scheint) und den Effekt auch sehen wollte, fügte ich den Backport-PPA meinen Paketquellen hinzu. Zunächst funktionierte auch alles hervorragend, mit der kleinen Einschränkung, dass ich eine Besserung wirklich nicht erkennen konnte. Aber nach einem Update letzter Woche sah ich nach dem Login nur noch ein schwarzes Loch mit einem immobilen Mauszeiger. 

Über den Recovery-Modus kam ich zwar auf die Kommandozeile und konnte einen neuen Displaymanager und eine andere Benutzeroberfläche (Razor-Qt, wirklich ein vielversprechender Ansatz) installieren, aber ich vermisste doch meinen alten KDE-Desktop mit den dort installierten Plasmoiden. Da ich zwischendurch aus anderen Gründen sowieso schon mal neu installiert hatte, schreckte mich auch nicht der Versuch eines Updates auf Kubuntu 12.10. Zwar kein LTE, aber erstens beschränkt sich diese Zusage nur auf die Kernpakete, und zweitens will ich spätestens nach zwei Jahren eh das neueste Gimmick. Also gewagt – und gewonnen. Das Update lief locker durch, und schon war mein alter Desktop wieder da und die meisten Programme wiesen auch die gewohnten Einstellungen auf. Nur einige Pakete von Fremdanbietern musste ich noch selbst aktualisieren.

Daher hier mal quasi öffentlich: Danke, (K)ubuntu-Team! Ihr lebt das Ideal der ständigen Verbesserung wirklich vor. Das Update, lange ein besonders kritisch beäugtes und waghalsiges Manöver, gelang so, wie man sich das wünscht, aber als leidgeprüfter Linux-User kaum zu hoffen wagt. Falls nicht irgendwann mal etwas sehr Gravierendes passiert, habt ihr mich als treuen Anwender fest in der Tasche. 

Gnome?

Seit ich Linux nutze, habe ich immer nur KDE als Desktop verwendet. Selbst den völlig misslungenen Wechsel von KDE 3.5 zu 4.x machte ich mit. Und auch jetzt, wo mein Kubuntu bereits auf Version 4.9 läuft, ärgere ich mich immer noch über den einen oder anderen Kinken ausgerechnet bei einem meiner Lieblingsprogramme, Kmail. Seit Kubuntu 12.04 sieht sich das Programm offensichtlich außerstande, das E-Mail-Passwort zu merken. Na gut, verbuchen wir die immer wieder neu erzwungene Eingabe als Gewinn an Sicherheit (Im KDE-Zweig von Fedora taucht das Problem übrigens nicht auf. Die “Schuld”, wenn man bei freier Software überhaupt von sowas reden sollte, liegt also wohl beim Kubuntu- und nicht beim KDE-Team.) Auch Blogilo, mit dem ich meine Blogeinträge zu schreiben pflege, wurde irgendwann im Lauf des letzten Jahres leider verschlimmbessert. Aber im Großen und Ganzen bin ich mit KDE weiter zufrieden.

Aus Gründen hatte ich ein Notebook von mir mit einem Linux zu versorgen. Ich wählte, da nicht in Nähe einer Breitbandverbindung, ein Fedora 17, das einem Computerheft beilag. Dieses installierte sich im Standard mit Gnome (muss wohl Gnome 3.irgendwas gewesen sein), und das Ergebnis war ein echter Kulturschock. Das Aufrufen von Programmen umständlich, der Wechsel zwischen den Anwendungen mit einem Klick zuviel… Und dabei wollte ich zunächst noch nicht mal etwas konfigurieren, was ja anscheinend endgültig regelmäßig die Geister scheidet. Und das ganze “look and feel” – mehr awful als awesome… Schon allein die Rückkehr zum Windows-Doppelklick (ja, man kann das ändern, ich weiß, aber der Standard ist eben so) empfand ich als Frechheit…

Nee, danke.  Kaum wieder zu Hause, wurde die Fedora-KDE-Variante aufgespielt (auch, um mal vom IrgendwasUbuntu wegzukommen), und seitdem fühle ich mich wieder wohl an diesem Notebook. 

Kleine ESC-Analyse

Auch ich habe mir am Samstag das Finale zum “Eurovision Song Contest” angeschaut. Ich muss gestehen, dass ich das weniger wegen der Songs tat, sondern weil ich vor meiner Liebsten gerne mit meiner prophetischen Gabe angebe: Ich behaupte nämlich, die Punkteverteilung der abstimmenden Länder vorhersagen zu können. Auch diesmal klappte das wieder erstaunlich gut. So gut, dass meine Liebste verlauten ließ, sie habe keinen Bock mehr auf eine Veranstaltung, bei der die Ergebnisse schon vorher so feststehen. Ich ignorierte die in dieser Äußerung offenbarte Geringschätzung meiner seherischen Fähigkeiten und konnte immerhin auf den Erfolg von Schweden verweisen, das offensichtlich nicht Mitglied eines dieser Stimmenringelreihen war (von Dänemark mal abgesehen). 

Nun wissen wir ja auch, dass insbesondere linke ESC-Fans gerne jegliche Verdächtigungen, da könnten irgendwelche Länder außer Deutschland nationalistische Tendenzen offenbaren, weit von sich weisen und alles auf den ähnlichen Musikgeschmack zurückführen. Wir werden es im Rahmen dieses Blogeintrags nicht genauer herausfinden können, soll sich also jeder die Hypothese zu eigen machen, die ihm als wahrscheinlicher erscheint. Was man aber machen kann, ist, sich die Abstimmungsergebnisse von der Website eurovision.com zu kopieren und zu analysieren. Dort sind alle Stimmvergaben in den Finals seit 2007 dokumentiert. Ich habe mich der Mühe mal unterzogen, und dann doch so einige interessante Sachen gefunden. Zur Vorgehensweise: Ich zählte einfach alle von den Ländern vergebenen Top-3-Platzierungen, also die besonders zelebrierten 8 bis 12 Punkte. Jedes Land konnte, wenn es an allen Abstimmungen teilnahm, maximal 18 solcher Platzierungen vergeben (6 Jahre * 3 Plätze).

Ich habe 46 abstimmende Länder in meiner Liste. 12 davon haben nicht an allen sechs Abstimmungen teilgenommen. Von den verbliebenden 34 Ländern haben 12 ihre Plätze auf weniger als 10 Teilnehmernationen aufgeteilt. Besonders auffällig:

1) Zypern: Die 12 Punkte für Griechenland sind in Stein gemeißelt.

2) Der Jugo-Block: Kroatien vergab in jeweils 5 von 6 Jahren Top-3-Plätze an Bosnien und Serbien, Bosnien nur an Serbien, Serbien an Bosnien, Slowenien an Bosnien und Serbien. Mazedonien, erst in 2 Finals vertreten, erhielt immer Top-3-Punkte von Kroatien, Bosnien, Serbien und Montenegro.

3) Der Rest-Balkan-Block: Albanien erhob in 5 von 6 Finals in die Top 3: Griechenland (davon 4 mal 12 Punkte) und die Türkei. Rumänien tat so mit Griechenland und Moldawien (davon 4 mal 12 Punkte), Moldawien war der rumänische Beitrag gar immer 12 Punkte wert (und der von Aserbaidschan immerhin 4 von 6 Mal gut genug für mindestens 8 Punkte).

4) Der Sowjet-Block: Jeweils in 5 von 6 Finals fand sich Russland unter den Top 3 von: Estland, Armenien und Weißrussland, in der Ukraine sogar in allen sechs Veranstaltungen. 

5) Die Auswanderer: Die Türkei bekommt verlässlich Top-3-Plätze aus Frankreich (4), England (4), Deutschland (5) und den Niederlanden (5). Ebenso wird Griechenland bedient von Belgien und Deutschland (jeweils 4), Rumänien von Spanien (4) und Serbien aus der Schweiz (4). Der russische Beitrag durfte hingegen auf besondere Resonanz in Israel hoffen (4), wenngleich wohl weniger bei Omas, die für christliche Kirchen sammeln…

6) Phänomen Aserbaidschan: Der Beitrag aus Aserbaidschan findet sehr oft Zustimmung aus Russland (4), der Türkei (5), der Ukraine (5), Zyperns (4) und Moldawiens (4). Gründe sind mir unbekannt. Eine kleine Rolle mag spielen, dass der Siegerbeitrag von 2011 aus diesem Land stammt und die Zahlen zumindest um +1 nach oben getrieben hat.

Was die Zahlen aber auch zeigen: Verschwörungstheoretiker haben es schwer. Bis auf Zypern und Moldawien vergibt kein Land an ein bestimmtes anderes immer 12 Punkte. Es gibt zwar Muster, aber die lassen auch Ausnahmen zu. Dennoch dürften Thesen schwer haltbar sein, die außermusikalische Tendenzen für die ESC-Abstimmungen völlig ausschließen wollen. Ziemlich kreuz und quer stimmen übrigens die Griechen ab, die Skandinavier und die beiden anderen baltischen Staaten, Litauen und Lettland. 

Ich wage also mal folgende These: Ja, es gibt das Abstimmen entlang von Blöcken. Und nein, den Sieger bestimmt es nicht. Die davon begünstigten Länder können von diesem Sockel nur dann profitieren, wenn auch der Beitrag selbst Anklang findet, so dass er auch außerhalb des jeweiligen Kartells Punkte erhält. 

P.S.: Beinahe hätte ich noch die innige Verbundenheit von Portugal mit Spanien vergessen: In 5 von 6 Fällen erkor Portugal den Beitrag seines Nachbarn zum besten.

Gelenktes Schicksal bei der Arbeit

Das war so ein Abend. Eine Fußball-Mannschaft startet hoffnungsfroh in ihr Spiel, aber schon bald wird klar, dass die Entscheidung gegen sie gefallen ist. Nicht etwa, weil die gegnerische Mannschaft etwas getan hätte, sondern weil man selbst immer wieder scheitert. Als ob von oben jemand gerufen hätte:

“Muhahahaha, *ihr* werdet *das* Ding heute *nicht* gewinnen! Und weil ihr meine Allmacht nicht anerkennt und trotzdem weiterspielt, werde ich euch richtig fertigmachen. Ich werden euch Chancen en masse geben, darunter auch einen Elfmeter, und ich werde euch kurz vor Schluss in Führung gehen lassen. All eure Hoffnungen, die dann entstehen, werde ich jedoch unbarmherzig zerschmettern. Selbst im finalen Elfmeterschießen werde ich euch lange im Glauben lassen, vorne zu liegen, und das Spiel wird erst mit den letzten Schützen entschieden. Zu euren Ungunsten natürlich, oder was dachtet ihr?”

Was über Fußball(!?)

Disclaimer: Der Autor dieses Beitrags ist Mitglied der beiden Vereine Hertha BSC und Karlsruher SC.

Tolle Idee vom DFB: Relegationsspiele. Das Bangen und Hoffen einer ganzen Saison auf zwei Spiele verteilen. Hopp oder Topp, Fisch oder Fleisch, Sekt oder Selters – zwei Spiele entscheiden. Der Sieger bekommt alles, der Verlierer geht in den Orkus. Das ist eine ganz andere Dramaturgie als sie beispielsweise Endspielen vorbehalten ist. Zwar gibt es auch da einen eindeutigen Sieger, aber der Verlierer geht “nur” leer aus, er wird nicht mit finanziellen und anderen Folgen herabgestuft. Ein Nichtaufstieg ist eben nicht gleichbedeutend mit einem Abstieg. Dadurch, dass der Sieg einer Partei nicht nur den Sieger heraushebt, sondern auch den Verlierer bestraft, sind die sog. “Relegationsspiele” emotional aufgeladen wie sonst kaum eine Begegnung. 

Ein Scheitern oder ein Erfolg im letzten Spiel der Saison ist damit nicht vergleichbar. Dieses wird auch von den Fans letztlich als Ergebnis einer Kette von Niederlagen bzw. Fehlern eingestuft werden. Aber bei den Relegationsspielen werden die Karten ganz bewusst “neu gemischt”. Alles auf Anfang, die Saison zählt nicht mehr, es geht neu los, man kann alles gewinnen und alles verlieren. Als ob am Spieltisch das Angebot “doppelt oder nichts” gemacht wird. 

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Doch kein Exot

Die Sache mit Chakra hat sich erstmal erledigt. Da sind noch zu viele Ecken und Kanten, und ich habe keine Lust auf ausgiebige Konversation in Foren. Außerdem scheint mir ein zu puristisches Konzept nicht besonders sinnvoll zu sein. Machbar, aber nicht sinnvoll. Immerhin hat der Zusammenbau des Rechners funktioniert, sogar zu meiner Zufriedenheit, also schön leise. Und so tippe ich dies hier bereits mit der neuen Maschine unter Kubuntu 12.04.

Chakra bleibt aber im Fokus. Vielleicht beim nächsten Mal.